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20.05.2010 - Informationstag für den Stadtrat
20.05.2010 - Informationsveranstaltung zum Thema „Feuerwehr“
Am vergangenen Donnerstag, den 20. Mai 2010 waren die Mitglieder des Finanz-, Feuerwehr- und Friedhofsausschusses, sowie alle Ratsmitglieder der Stadt Bad Gandersheim zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Feuerwehr in der Stadt Bad Gandersheim eingeladen. Nahezu alle Ortsfeuerwehren der Stadt Bad Gandersheim unter Leitung von Stadtbrandmeister Axel Röstel waren sehr erfreut, dass eine große Anzahl an Ausschuss- und Ratsmitgliedern der Einladung gefolgt sind. Die Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt Bad Gandersheim überbrachte in Vertretung für Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen die stellvertretende Bürgermeisterin Elizabeth Sälzer. Das Niedersächsische Brandschutzgesetz ist die gesetzliche Grundlage für die Arbeit in den Feuerwehren. Hiernach hat jede Kommune eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen und zu unterhalten. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bad Gandersheim gliedert sich in sechzehn Ortsfeuerwehren mit drei Jugendabteilungen in Bad Gandersheim, Gremsheim und Seboldshausen und einer Kinderabteilung in Seboldshausen. In der Kernstadt Bad Gandersheim befindet sich eine Schwerpunktfeuerwehr, im Ortsteil Altgandersheim eine Stützpunktfeuerwehr und in den übrigen vierzehn Ortsteilen je eine Grundausstattungsfeuerwehr. Welche Personalkapazitäten und Fahrzeuge als Mindeststandard vorgehalten werden müssen wurden erläutert. Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bad Gandersheim stellen den abwehrenden Brandschutz und die Hilfeleistung für die über 11000 Einwohner auf einer Gesamtfläche von über 90 km² ehrenamtlich und unentgeltlich an 365 Tagen im Jahr sicher. Als Einsatzbereiche gelten insbesondere die Bundesautobahn 7, die Bundesstraßen 64 und 445, Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen, ein Flugplatz, die Bahnstrecken Kreiensen-Braunschweig, die Schnellbahnstrecke Hannover – Würzburg mit den Tunnelanlagen, die Kurkliniken, das Krankenhaus, zahlreiche Seniorenwohnanlagen, Schulen und Kindergärten, Industrie- und Handwerksbetriebe, Biogas- und Windkraftanlagen und die historische Altstadt von Bad Gandersheim. Für einige Objekte verfügt die Feuerwehr über entsprechende Einsatz- und Alarmpläne, um schnell professionell Hilfe zu leisten. Im Jahr 2009 wurden insgesamt 217 Einsätze abgearbeitet und 922 praktische und theoretische Dienste von den 53 Kameradinnen und 528 Kameraden geleistet. Mit 62 Jungen und 31 Mädchen sind die drei Jugendfeuerwehren gut aufgestellt. Im Alter von sechs bis zehn Jahren werden 25 Kinder in der Kinderfeuerwehr Seboldshausen betreut. Bereits 907 Personen in der Stadt Bad Gandersheim mit seinen Ortsteilen fördern die Arbeit der Feuerwehr durch eine Mitgliedschaft als förderndes Mitglied. Stadtbrandmeister Axel Röstel forderte die anwesenden Ratsmitglieder auf, aktiv für eine Mitgliedschaft in den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bad Gandersheim zu werben. Da viele Kameradinnen und Kameraden außerhalb der Stadt Bad Gandersheim arbeiten und trotzdem der Brandschutz und die Hilfeleistung sicher gestellt sein muss, wurden die vierzehn Grundausstattungsfeuerwehren in vier Löschzüge eingeteilt, die dann entsprechend der Alarmpläne ausrücken. Den Feuerwehren nützen keine „Sonntagsreden“ der Politiker, sondern Anerkennung wäre, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Ausrüstung an persönlicher Schutzausrüstung, Gerätschaften und Fahrzeugen zur Verfügung stehen würde und nicht bei jeder Forderung der Feuerwehr eine lange Diskussion mit den Entscheidungsträgern der Stadt erfolgen muss. Für viele Kameradinnen und Kameraden ist ihre FREIZEIT die Arbeit in der Feuerwehr zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Gandersheim. Als Ergebnis der Ausführungen des Stadtbrandmeisters wird die Verwaltung zusammen mit der Feuerwehr einen Bedarfsplan aufstellen und den Ratsmitgliedern vorlegen. Die Ausschreibung für die Beschaffung von Tragkraftspritzenfahrzeugen TSF für die Haushaltsjahre 2009 und 2010 ist abgeschlossen und in Kürze erfolgt eine Auftragserteilung nach den Worten von Jörg Gelück, Ordnungsamt. Um das Verständnis für die Ausrüstung der Feuerwehr bei den Ratsmitgliedern zu wecken, wurde die Entwicklung der Tragkraftspritzenfahrzeuge TSF Hachenhausen aus dem Jahre 1970 und dem TSF Ackenhausen aus dem Jahre 2009 dargestellt. Hier stellte sich heraus, dass Einsatzfahrzeuge nach 20 Jahren dem Grunde nach nicht mehr dem technischen Stand entsprechen, obwohl sie noch fahrbereit sind. Viele TSF sind entgegen des vorgeschriebenen Beladungsplanes nur mit zwei Atemschutzgeräten ausgestattet. Die Verwaltung wird auch hier eine Auflistung über die Anzahl der vorhandenen und der vorgeschriebenen Geräte vorlegen. Von der benachbarten Feuerwehr aus Eyershausen wurde ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank TSF-W vorgestellt. Die dortige Gemeinde beschafft für Grundausstattungsfeuerwehren nur noch TSF-W, um den Einsatzwert zu erhöhen. Bei Bränden spart man sich den personal- und zeitaufwendigen Aufbau einer Wasserförderung im Erstangriff. Eine Brandbekämpfung ist heutzutage fast nur noch durch den Einsatz von Atemschutzgeräteträgern möglich. Und diese Kameradinnen und Kameraden haben im Einsatz eine spezielle Schutzausrüstung zu tragen. Um ständig Kontakt zum Trupp zu haben ist dieser mit einer Funkausstattung auszustatten. Ferner gehören ein Rettungspack und ein sogenannter „Totmannwächter“ zur Ausstattung. Dies sind keine Wünsche der Feuerwehr, sondern gesetzlich vorgeschriebene Ausrüstungsgegenstände. An der nächsten Station wurde der Einsatzleitwagen der Schwerpunktfeuerwehr Bad Gandersheim vorgestellt. Das Fahrzeug aus dem Jahre 1977 ist abgängig und soll im Jahre 2010 und 2011 durch die Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel Ersatzbeschafft werden. In diesem Fahrzeug befinden sich 2 Funkarbeitsplätze und ein Besprechungsraum. Ferner ist das Fahrzeug mit Telefon, Fax, Drucker und entsprechender EDV-Ausstattung, Explosionswarngerät und weiteren Messgeräten ausgestattet. Der von der Feuerwehr beschaffte Rettungswagen wird bei Einsätzen zum Eigenschutz der Kameradinnen und Kameraden eingesetzt. In der Sanitätsgruppe leisten eine Notärztin, sieben Rettungsassistenten und zahlreiche Sanitätshelfer Dienst. Neben der Normausstattung verfügt das Fahrzeug über entsprechendes Material für Brandverletzte. Der fast dreistündige Dialog zwischen Rat und Feuerwehr sollte nach Meinung der Anwesenden von Rat und Feuerwehr möglichst einmal jährlich stattfinden. Der stellv. Bürgermeister Rüdiger Schäfer zeigte sich sehr verärgert, dass die Bedarfe der Feuerwehr bisher den Ratsmitgliedern in dieser Tragweite nicht bekannt waren und die Anforderungen der Feuerwehr bei den Ratsmitgliedern nicht angekommen sind. Es kann nicht sein, dass gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten werden und die Verantwortung auf den Schultern der zuständigen Ortsbrandmeister lasten. Es gilt nun die neuen Erkenntnisse zur Sicherstellung des Brandschutzes und der Hilfeleistung in der Stadt Bad Gandersheim umzusetzen.