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Berichte von Aktivitäten und Veranstaltungen
07.05.11 - Workshop "Patientengerechte Rettung mit hydraulischem Rettungsgerät"
Die Rettung von verunfallten Personen aus Personenkraftwagen, Lastkraftwagen und Bussen stellt die Rettungskräfte aufgrund immer sicherer werdender Fahrzeuge vor neue große Herausforderungen. Im Ernstfall muss jeder Handgriff unabhängig von der Tageszeit sitzen. Als goldene Regel gilt, dass der Patient binnen einer Stunde nach der Alarmierung der Rettungskräfte in einem Krankenhaus versorgt wird. Um sich den Herausforderungen stellen zu können, ist eine stetige Aus- und Weiterbildung der Kameradinnen und Kameraden erforderlich. Die Schwerpunktfeuerwehr Bad Gandersheim hat unter Leitung von Zugführer Michael Brackel am Sonnabend, den 07. Mai 2011 28 Kameradinnen und Kameraden aus Bad Gandersheim, Altgandersheim und Seesen im Rahmen eines ganztägigen Workshop „Patientengerechte Rettung mit hydraulischem Rettungsgerät“ weiter gebildet. Am Vormittag wurde zunächst das Zeitmanagement bei der patientengerechten Rettung besprochen. Anschließend gab es die neuesten Informationen zu Fahrzeugen mit alternativer Antriebstechnik. Zu den immer mehr werdenden Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten gehören u.a. Fahrzeuge die mit Erdgas, Flüssigkeitsgas, Wasserstoff, Hybrid, Wasserstoffzelle oder Elektrizität angetrieben werden. Während der Erkundungsphase nach einem Verkehrsunfall oder bei einem Fahrzeugbrand ist zunächst festzustellen, um welche Antriebsart es sich bei dem Fahrzeug handelt. Hiernach wird die weitere Vorgehensweise der Einsatzkräfte festgelegt. Nicht unerheblich ist der einzuhaltende Sicherheitsabstand und das benötigte Löschmittel. Auf den vom ADAC empfohlenen Rettungskarten können die Einsatzkräfte die Besonderheiten zu dem jeweiligen Fahrzeug entnehmen. Da noch nicht alle Verkehrsteilnehmer Rettungskarten für ihr Fahrzeug mitführen, hat sich die Schwerpunktfeuerwehr Bad Gandersheim ein zweites Touchbook mit Feuerwehrplänen, Hydrantenplänen, Rettungsdatenblättern bzw. Rettungskarten für Fahrzeuge auf dem Löschgruppenfahrzeug LF 16 angeschafft. Nach der Theorie am Vormittag erfolgte am Nachmittag das Praxistraining. An insgesamt fünf verschiedenen Unfallstationen wurde die patientengerechte Rettung aus verunfallten Fahrzeugen mit dem vorhandenen hydraulischen Rettungsgerät des Rüstwagen RW 2 der FTZ Bad Gandersheim geübt. An allen Einsatzstellen wird sofort ein Platz für die Geräteablage eingerichtet. Unter anderem werden Stufenkeile, Rüstholz, Unterlegkeile, Glassäge, Federkörner, Gurtmesser, Hydraulikaggregat mit Schere / Spreizer, Rettungszylinder, Schwellerschuh, Pedalschneider, Handlampe, C-Rohr, Feuerlöscher, Schutzdecken, Schutzschilder, FW-Werkzeugkasten, Rettungsbrett und Sanitätskasten bereit gelegt. Bei der patientengerechten Rettung von verunfallten Personen ist das Zusammenspiel zwischen dem Notarzt / Rettungsdienst und der Feuerwehr sehr wichtig. Es muss festgelegt werden, ob der Patient so stabilisiert werden, dass die technische Rettung 20 - 30 Minuten Zeit hat oder ob eine „Crash-Rettung“ erforderlich ist. Für eine patientengerechte Rettung ist das Fahrzeug zu stabilisieren, bevor das hydraulische Rettungsgerät eingesetzt werden kann. Parallel hierzu wird ein Zugang zum Fahrzeug geschaffen, um einen „inneren Retter“ zum Verunfallten in das Fahrzeug zu bekommen. Jetzt kann damit begonnen werden den Verunfallten mit hydraulischem Rettungsgerät zu befreien. Die Kameradinnen und Kameraden hatten so die Möglichkeit ohne Zeitdruck zu üben. Ein besonderer Dank geht an die Firma Hoßfeld für die Bereitstellung der Fahrzeuge.
Text: Kai-Uwe Roßtock
Bilder: Sascha Matschy















